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Möbelvisionen im Wettbewerb

Gestaltungswettbewerb rund um das Material Schichtstoff

Was tun, wenn Gäste kommen, und es sind nicht genug Sitzgelegenheiten da? Man nimmt ein Bild von der Wand, klappt es zur Sitzbank aus und hängt die Garderobe an den verbleibenden Haken. So einfach wie genial funktioniert das Möbelstück „ManIFold“, mit dem Raphael Wlotzki den ersten Preis bei dem Gestaltungswettbewerb „open minded“ gewonnen hat. Ausrichter des Hochschulwettstreits um das beste modulare Möbel sind die Interprint GmbH und die Design Post Köln.


Von Regalen für Wand und Boden über Röhrenobjekte bis zum Kartonmöbel reichen die Ideen der insgesamt 25 Teilnehmer, die seit dem Herbst 2010 mit großem Einsatz an ihren Modellen gearbeitet hatten. Die Fachjury tagte im März 2011 in der Design Post Köln, wo die Studenten ihre Möbelstücke persönlich vorstellten. In die Schlussrunde kamen zehn Modelle, die während der Interzum vom 25. bis zum 28. Mai ausgestellt werden. „Alle Arbeiten sind eigenständig und innovativ“, sagte Jurymitglied Dorthe Brink nach der Sitzung. „Sie spiegeln auf völlig unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit der Wettbewerbsaufgabe.“ Deren Eckdaten hießen: ein modulares Möbel mit austauschbaren Schichtstoff-Oberflächen für junge Erwachsene.


Am konsequentesten setzte diese Vorgaben Raphael Wlotzki von der Hochschule der Bildenden Künste Saar um. In hängendem Zustand ist das Siegermöbel „ManIFold“ ein Bild, dessen Dekor-Motiv per Magnetbefestigung leicht austauschbar ist. Im Rahmen ebenfalls untergebracht ist die Falttechnik der ausklappbaren Beine, die das Bild dann schnell zur Bank mit dekorativer Sitzfläche machen. „ManIFold“ ist ein Paradebeispiel für Multifunktionalität bis hin zum Namen, den man sowohl mit „mannigfaltig“ als auch mit „Mann ich falte“ übersetzen kann. „Idee, Entwurf und Modell sind bis ins Detail konsequent entwickelt und umgesetzt“, so die Begründung der Jury für den ersten Preis. „Den Eigenschaften von Schichtstoffen wurde nicht nur Rechnung getragen, sondern das Material wurde sogar zum Kunstwerk erhoben.“


Platz 2 geht an Piotr Gargól von der Academy of Art in Lodz, Polen. Der junge Student hat mit „Big Wave“ ein modulares Regalsystem aus kunststoffbeschichteter Spanplatte, Stahlrohr und wellenartig eingespannten Dekoren entwickelt. Die Konstruktion basiert auf einfachen, leicht lösbaren Steckverbindungen. Durch die wellenförmige Einspannung der Dekore ergeben sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Das Regal kann frei im Raum stehen und lässt sich von verschiedenen Seiten nutzen. „Eine durchdachte, technisch einfache, gut funktionierende Lösung. Piotr Gargól stellt das Material in den Vordergrund und lässt durch dessen Biegung veränderbare Räume innerhalb des Regals entstehen. Schichtstoff erhält hier einen fast skulpturalen Ansatz“, so die Jurybegründung für den zweiten Preis.





  • ​Pascal Dicks von der Fachhochschule Aachen erhält den dritten Preis für „Convert“, ein modulares Wandbord. Über zwei speziell entwickelte Aluprofile werden um eine Mittelplatte mehrere Lagen Schichtstoffplatten mit unterschiedlichen Dekoren zusammengefasst. Das System ist in vier Richtungen unendlich erweiterbar.



„Technisch komplex und sehr ausgefeilt wurde die Wettbewerbsaufgabe umgesetzt“, zeigte sich die Jury beeindruckt. „Schichtstoff ist hier nicht nur sichtbare dekorative Oberfläche, sondern zugleich tragendes Element.“ Und wohin mit den auszuwechselnden Dekoren? Auch diese Frage hat Pascal Dicks intelligent gelöst: Die Platten, die gerade nicht als Oberflächen dienen, sind Teil der tragenden Konstruktion.

Eine lobende Erwähnung erhielt darüber hinaus Marion Conrad von der HBK Saar für ihren Entwurf „Plattenbau“, ein modulares Regalsystem, das aus Doppelstegplatten zusammengesetzt wird. „Auch die anderen Modelle, die hier ausgestellt werden, sind interessante und realisierbare Entwürfe“, so Dorthe Brink. Jedes von ihnen hat das Potential, über einen Webshop vertrieben zu werden. Die zehn ausgewählten Möbelstücke, inklusive der Siegermodelle, stellten sich nun einem größeren Publikum in der Design Post Köln. Hier gestalteten sie während der Interprint-Werkschau vom 25. bis zum 28. Mai 2011 den „Wettbewerbs-Boulevard“.

Über den Wettbewerb
Der Gestaltungswettbewerb „open minded“ von Interprint und der Design Post Köln richtete sich an Studierende der Hochschule der bildenden Künste Saar, der Fachhochschule Aachen sowie der Strzeminski Academy of Art in Lodz, Polen. Die Teilnehmer mussten ein realisierbares Anwendungskonzept, ein 1:1 Modell sowie 3D-Darstellungen einreichen und eine Präsentation in englischer Sprache halten. Zur Fachjury des Wettbewerbs gehörten Oliver Conrad und Mari-Lisa Richter (OC Möbel, Düsseldorf), Valentin Hartmann (bordbar, Köln), Jochen Holzmann (Ferdinand Holzmann Verlag, Hamburg), Tomek Rygalik (Tomek Rygalik Studio, Warschau), Volker Streckel (Design Post Köln) sowie Dorthe Brink und Salvatore Figliuzzi (Interprint, Arnsberg).