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Gautschfest bei Interprint

Mit traditionellem Brauch in den Gesellenstand

​Die Dekordruckerei Interprint hat am Wochenende fünf Auszubildende mit einem jahrhundertealten Brauch in den Gesellenstand gehoben. Für die ausgelernten Medientechnologen – wie Drucker heute heißen – und Mediengestalter ​eine recht nasse Angelegenheit.

 

Am vergangenen Samstag sind bei Interprint fünf ausgelernte Auszubildende mit dem sogenannten „Gautschen" in die Druckerzunft aufgenommen worden. Zu dem Gautschfest waren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens eingeladen, um bei mildem Spätsommerwetter mit ihren Familien und Freunden zu feiern.

 

„Bringt mir, Gesellen, flugs und in schnellem Lauf den Kornuten zur Wassertauf!" Mit diesen Worten eröffnete Gautschmeister Sascha Rocholl die reichlich nasse Prozedur. Dem traditionellen Ablauf nach ergreifen die „Packer" einen „Kornuten" (lateinisch: der Gehörnte) nach dem anderen und setzen ihn auf einen Stuhl mit einem nassen Schwamm. Der „Schwammhalter" sorgt dafür, dass sich der Hosenboden des angehenden Gesellen ordentlich mit Wasser vollsaugt. Dann übergießt er ihn mit dem kühlen Nass, um ihn schließlich in einen mit Wasser gefüllten Holztrog zu tauchen. Die Wassertaufe ist ein symbolischer Akt, bei dem aller „Unfug, die Fehlerhaftigkeit, Murxerei und Hudelei" der Lehrzeit abgewaschen werden sollen. Besiegelt wird das Gautschen mit einer Maß Bier.

 

Triefend nass, aber glücklich nahmen die fünf neuen Gesellen ihren Gautschbrief entgegen: Herzlichen Glückwunsch an Brandon Adalim, Julian Binz, Sophia Hütter, Katho Hadije Omeirate und Kevin Wirth. Wie in den Vorjahren wurde das Gautschfest bei Interprint in Eigenregie von allen Auszubildenden organisiert. „Wir sind stolz auf unsere Auszubildenden, die dieses Event wieder zu einem großen Erfolg gemacht haben", lobt Andrea Pusch, Ausbildungsleiterin bei Interprint. 

 

Die Gautschtradition

Interprint hält die Gautschtradition seit vielen Jahren lebendig. Sie geht auf einen Brauch aus dem 16. Jahrhundert zurück, bei dem Meister und Gesellen des Druckgewerbes die Lehrlinge nach Abschluss ihrer Lehrzeit in ihren Kreis aufnehmen. Die „Kornuten" – so die Bezeichnung der Ausgelernten – wurden nur anerkannt, wenn sie die „Possilierzeit" (Lehrzeit) ordentlich und rechtschaffen genutzt hatten. Sie mussten eine „Possilierprüfung" ablegen und danach eine Bewährungszeit bis zur Freisprechung als Geselle bestehen. Zum krönenden Abschluss wurden den Kornuten auf dem Gautschfest ihr Gautschbrief überreicht.

 

In der Fachsprache der Papiermacher beschreibt der Begriff „Gautschen" den Vorgang des Pressens von Papierbahnen, um ihnen das Wasser zu entziehen. Erst dadurch wird das Papier „zu etwas Brauchbarem" – genau wie im übertragenen Sinne der oder die Ausgelernte. Da Wasser dabei im Mittelpunkt steht, heißt das „Gesellenmachen" seit dieser Zeit „Gautschen".​